SVR gewinnt Derby

Der Trainer von Rhenania Bottrop, das dürfte mittlerweile hinlänglich bekannt sein, ist ein Freund klarer Worte und auch unbequemer Wahrheiten. Oliver Dirr gibt nicht allzu viel darauf, ob er auch mal jemandem vor den Kopf stößt – solange es seiner Mannschaft hilft. Vor dem für viele in der Stadt wichtigen Kräftemessen hatte er die Favoritenrolle klar an den VfB weitergereicht. Seine Mannschaft ist der Aufsteiger, der VfB der erfahrene Landesligist, so seien die Kräfteverhältnisse, und außerdem: „Wir haben eine, salopp formuliert, beschissene Vorbereitung gespielt, da müssen wir gucken, wo wir stehen. Obwohl: Die Vorbereitung im Sommer war top, aber danach haben wir lange nicht mal ein Tor geschossen.“

Dominik Wenderdel
Dominik Wenderdel

Mevlüt Ata, Dirrs Gegenstück auf Seiten des VfB Bottrop, gehört da wohl eher zu den Pragmatikern, er sieht die Tabelle und die Tatsache, dass auch seine Mannschaft mit ihren 19 Punkten mittendrin steckt im Abstiegskampf. Und der Beginn der Partie, er hätte nicht schlechter für die Gäste von der Hans-Böckler-Straße gerieten noch vor der Pause in Rückstand, weil Dennis Czurraj auf der linken Rhenania-Seite durchbrechen und flanken konnte und in der Mitte Dominik Wenderdel fand, der per Kopf zum 1:0 traf. Ein Schock für den VfB, der sich zumindest dahingehend nicht aus der Ruhe bringen ließ, das er die Partie weiter dominierte. Allerdings mit mäßig durchschlagendem Erfolg. Denn Burak Öktem, der mit einem Schlenzer in der 24. Minute versuchte, Rhenania-Keeper Dominik Wrobel zu überlisten, oder auch Rückkehrer Marvin Höner und Samet Sadiklar stellten keine allzu große Gefahr für die Führung der Hausherren dar.

Wale Arogundade
Wale Arogundade

Der Wert von geschätzten 70% Ballbesitz, die der VfB in den ersten 45 Minuten hatte, ging nach der Pause ein wenig nach unten, das Spiel der Gäste wurde noch ein Stück substanzloser. Das Problem, schon vor der Pause zu ungefährlich in den Abschlüssen zu sein, setzte sich nahtlos fort. Ata war mit dem Auftritt seiner Mannschaft nun so gar nicht mehr zufrieden. „Wir waren in den  Torabschlüssen einfach nicht aggressiv genug, das war eindeutig zu wenig von meiner Mannschaft, das muss ich so deutlich sagen." Sadiklar hatte in der 69. Minute noch einmal eine Riesen-Gelegenheit auf den Ausgleich, er wäre wohl auch nicht in Gänze unverdient gewesen, aber er brachte den Ball nicht im beinahe leeren Tor unter. Das Derby stand dennoch lange auf der Kippe, weil auch die Rhenania so gut wie gar nicht zu klaren Torchancen kam. Bis in die 87. Minute hinein. Seit gut einer halben Stunde war Wale Arogundade auf dem Platz, der im Winter neu dazugekommene und nach dem Abschied beim Oberligisten Schermbeck im Sommer vereinslose nigerianische Angreifer. Drei Minuten vor dem Ende also führte sich der 27-jährige gleich hervorragend ein, weil er einen Konter über Radoslaw Jankowski und Jan Golembiewski mit dem 2:0 abschloss. Natürlich war das die Entscheidung in einem Derby, dessen Ergebnis im Abstiegskampf für noch mehr Thrill sorgt.

Fazit: Die Rhenania geht nicht völlig unverdient als Sieger vom Platz, weil sie den größeren Willen zeigt. Mit jetzt 17 Punkten und als 13. liegt die Dirr-Elf damit nur noch 2 Zähler hinter dem VfB, der sich noch so eben oberhalb der Abstiegszone bewegt.

 

Aufstellung: Wrobel, Kleer, Jankowski, Cziuraj, Hücker, Lachs, Wcislo, Pfeifer, K.Wenderdel (78. Haile), Ingler (58. Arogundade), D.Wenderdel (85. Golembiewski)

 

Quelle: fanreport.com

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