Verlierer im Abstiegskrimi

Der SVR verliert ein an Dramatik kaum zu überbietendes Spiel gegen die Vogelheim und fällt damit auf den Abstiegs- und der Gegner steigt auf einen direkten Relegationsplatz.

Wer hätte das vor einem Monat noch für möglich gehalten: Der Vogelheimer SV hat es vor dem letzten Spieltag in der eigenen Hand, den direkten Abstieg zu vermeiden und sich zumindest den Relegationsrang zu sichern. Denn auf dem stehen die Essener nach einem 3:2 bei Rhenania Bottrop, das alles hatte, was einen Abstiegsknaller am vorletzten Spieltag ausmacht. Es war ja eine besondere Situation, dass am vorletzten Spieltag der Fünftletzte, diejenige Mannschaft also, die auf dem ersten Abstiegsplatz steht beim Sechstletzten antritt, der Position also, die womöglich zu Relegationsspielen berechtigt. Dabei waren die Gäste nach einigen Querelen und einer 6-Niederlagen-Serie vor einem Monat schon so gut wie abgeschrieben. Von 12 möglichen Punkten holten sie dann aber 10 und machten damit den Teams auf den Nichtabstiegsplätzen richtig Druck. Aber auch die Bottroper wehrten sich zuletzt nach Kräften dagegen, nach dem Aufstieg vor einem Jahr direkt wieder abzusteigen, 8 Punkte aus den letzten 4 Spielen lautete hier die Bilanz. Für Beide ging es also um beinahe alles und es entwickelte sich ein wahrer Krimi. Einer, in der sich die Gäste ausdrücklich von Schiedsricher Dennis Baur benachteiligt sahen (Rhenania-Coach Oliver Dir:„Ich habe schon fast 1000 Partie als Spieler und Trainer auf dem Buckel, aber so eine einseitige Spielleitung ist mir noch selten untergekommen.“) Nachdem Pascal Pfeifer in den ersten Minuten ein Mal an Vogelheims Keeper Patrick Prell gescheitert war und ein 2. Mal am Pfosten, fiel das 1:0 für die Gäste durch einen von Maximilian Schreier verwandelten Foulelfmeter (23.). Wissan El Hammadi war gefoult worden, Bottrops Keeper Dominik Wrobel sah die Gelbe Karte. Schon diese Szene hatte Baur laut Dirr falsch eingeschätzt.

Dominik Wenderdel
Dominik Wenderdel

Virtuell war Vogelheim, das mit 30 Punkten (Rhenania 31) in diese Partie gegangen war, also vorbei gezogen, doch nur 2 Minuten nach dem 0:1 markierte Dominik Wenderdel nach einer Ecke das 1:1, gleichzeitig der Halbzeitstand. Mit Durchgang 2 begann dann auch die Zeit der kleinen und größeren Scharmützel. Denn als Björn Barke unkonventionell und etwas glücklich mit der Pike das 1:2, die 2. Führung also für Vogelheim klar gemacht hatte, lief er zur Bottroper Bank und sagte in Richtung von Dirr, mit dem er vor knapp 10 Jahren beim SV Schermbeck zusammengespielt hatte und rief so etwas wie: „Jetzt seid ihr in der Bezirksliga, he?“ Das übliche Pfauengehabe unter Fußballern, das sich später noch einmal wiederholen sollte. Vorher sah der Bottroper Arthur Wcislo aber noch die Gelb-Rote Karte, die nächste Entscheidung, mit der Dirr nicht einverstanden war („Die erste Karte war dumm, weil er die wegen Meckerns gesehen hat, aber die 2. war völlig überzogen“) Jetzt aber zum nächsten Aufpluster-Gehabe: Als Dominik Wenderdel sein 2:2 in der 89. Minute schoss, ein zugegeben wichtiges Tor, weil es seine Rhenania wieder auf den Relegationsplatz hievte, baute er sich ähnlich wie Barke vorher jetzt vor der Vogelheimer Bank und blökte etwas in deren Richtung.

Das allerdings ahndete Baur mit einer Gelben Karte, nur sah die nicht Dominik Wenderdel, sondern sein Bruder Kevin. Zu dumm, dass der auch schon Gelb gesehen hatte und die Hausherren jetzt nur noch zu neunt waren. Und sie bekamen noch die Quittung, denn Jan Jensen stand in der Nachspielzeit nach einer Flanke von Fabian Trappe und einer Verlängerung Aleksandar Jovic goldrichtig am langen Pfosten und staubte zum 2:3 ab. Was für ein folgenschweres Gegentor für die Rhenania.

 

Fazit: Vogelheim und Bottrop tauschen die Plätze. Trotz der guten Rückrunde haben es die Bottropper nicht mehr in der eigenen Hand, sie brauchen am letzten Spieltag Schützenhilfe. Daran allerdings mag Dirr nicht mehr glauben.

 

Quelle: fanreport.com

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Kommentare: 1
  • #1

    Pascal Hofman (Montag, 19 Mai 2014 12:27)

    Ich war auf der Anlage und habe mir bei bestem Wetter dieses Spiel angeschaut. Jedoch muss ich sagen, dass sich unser lieber Oli etwas zu stark aufregt. Den 11m muss man leider geben auch wenn dies bitter für uns war. Dominik hat den Spieler doch richtig umgehauen :D ( auch wenn er den Ball gespielt hat )
    Zu den Feldverweisen habe auch ich mich aufgeregt. Aber nach dem Spiel als alles vorbei war und die Emotionen runtergefahren wurden, habe ich nochmals nachgedacht. Wenn ein Spieler verwarnt ist, gehe ich so nicht in den Mann, ganz einfach.
    Zu dem anderen Feldverweis, klar unglücklich, dass es evtl. den falschen Spieler getroffen hat, aber sowas sagt man nicht zum Gegner, zumal wir auch da unten im Keller stehen wie Vogelheim. Somit ist auch diese Gelbe Karte und der damit verbundene Feldverweis nachvollziebar. Und ob Dominik oder Kevin vom Platz fliegen, ist egal. Beide hatten schon Gelb.
    Jedoch eine bittere Niederlage für uns, im Endeffekt müssen wir die Tore schießen und Gegentore verhindern und nicht der Schiri.
    Schöne Woche euch noch und hoffen wir mal, dass wir am letzten Spieltag die Plätze erneut tauschen können. Auch wenn uns jetzt zwei wichtige Spieler fehlen. Wir schaffen das. Ich glaub an euch

    Gruß Pascal