52 Flüchtlinge zu Gast beim SV Rhenania Bottrop

Nachdem in der Vorwoche bereits auf dem Tartanplatz der Albrecht-Dürer-Schule ein Training des SV Rhenania für Begeisterung sorgte, luden die Vorstandsmitglieder Jörg Koßek, Marcel Richter, sowie Damen-Trainer Olaf Schenk und Jugendleiter Marco Langnickel die Bewohner der Unterkunft an der Glückaufstr. zum gemeinsamen Fußball-Vormittag auf die Kunstwiese am Blankenfeld ein.

Nachdem bereits ein Trainingsparcours durch die Trainer aufgebaut war, hatte der Morgen dennoch eine kleine Überraschung für die Organisatoren parat. Statt der 30 angekündigten Kinder und Jugendlichen fanden sich nach und nach 52 Fussballbegeisterte aller Altersklassen auf der Anlage ein.

Der in Absprache mit der Bezirksregierung genehmigte Transport durch das Taxi-Unternehmen Erbek nahm einige Zeit in Anspruch. Als dann alle Personen vor Ort waren, konnte es endlich losgehen.


Da sich ein Training mit 52 Personen nicht realisieren ließ, wurde spontan beschlossen, dass Training gegen ein Turnier zu tauschen. Nach einer kurzen Begrüßung durch die Organisatoren wurden die Mannschaften eingeteilt und dann rollte das Leder. Auch die Organisatoren mischten sich unter die Mannschaften.

Tolle Spielzüge und auch durchaus sehens-werte Tore begeisterten alle Anwesenden. Spielstärke und technische Finessen standen am heutigen Tag nicht im Vorder-grund. Ein Blick in die Gesichter der Menschen zeigte, dass Sorgen, Ängste und teilweise auch belastende Erlebnisse für eine Zeit lang ausgeblendet wurden.

Gegen 13:00 Uhr war dann der sportliche Teil des Tages vorbei. Zusammen mit den Bewohnern der Albrecht-Dürer-Schule wurde dann noch gemeinsam ein kleiner Imbiss eingenommen. Das Ergebnis der Spiele war am Ende allen egal. Hier ging es auch nicht um gewinnen oder verlieren.


„Heute war es nebensächlich, ob gewonnen oder verloren wurde. Jedes Tor wurde bejubelt, die Leute haben gelacht und endlich ein kleines Zeitfenster gefunden dem Alltag zu entfliehen. Sicherlich kann man die teilweise schrecklichen Erlebnisse dieser Menschen auch mit dem Fußball nicht vergessen machen, aber ein kleines Stück Hoffnung und Zuversicht auf den langen steinigen Weg mitzugeben, ich denke das ist uns heute gelungen.“ so der Sportliche Leiter der Damenabteilung des SV Rhenania, Jörg Koßek.

Die Verantwortlichen des SV Rhenania verteilten noch das eine oder andere Präsent an die Flüchtlinge bevor es dann mit dem Taxi wieder zurück zur Unterkunft ging.

„Als ich davon hörte habe ich mich spontan bereit erklärt dabei zu sein.“ so Olaf „Ossi“ Schenk, Trainer der U19-Juniorinnen des SV Rhenania. „Wenn man einen Beitrag dazu leisten kann, diesen Menschen Freude zu bereiten, dann darf man nicht lange überlegen. Und wenn man die Menschen beim Spiel gesehen hat und man sieht, wie einfach es ist einen Funken Hoffnung und  ein Stück Lebensfreude zu vermitteln, das gibt einem selbst ein gutes Gefühl.“

Die Albrecht-Dürer-Schule ist eine Einrichtung, in der die politischen Flüchtlinge untergebracht und von dort auf die Flüchtlingsunterkünfte in NRW verteilt werden. Zur Zeit wohnen in der Unterkunft ca. 150 Menschen aus unterschiedlichen Krisengebieten. Die Menschen stammen alle aus den ärmsten und unsichersten Ländern der Welt. Viele der Menschen haben auf ihrer Flucht in den letzten Ausweg einen hohen und auch oftmals unmenschlichen Tribut zollen müssen.

Viele Flüchtlinge wurden auf ihrer Flucht getötet oder kamen aufgrund unmenschlicher Transportbedingungen  ums Leben.

„Wir als Sportverein stehen für Gemeinnützigkeit. Unser Auftrag als Verein ist es, Menschen jeglicher Herkunft eine sportliche Heimat zu geben. Für den SV Rhenania Bottrop ist es nicht nur eine Verpflichtung sondern auch eine Selbstverständlichkeit tätig zu werden und einen Beitrag für die Menschen zu leisten, die ihr Leben riskieren, schreckliche Schicksale erleben mussten, um in unserem Land wieder auf eine Zukunft hoffen zu dürfen.“ resümierte Jugendleiter Marco Langnickel.

Auch Marcel Richter, Jugendtrainer beim SV Rhenania, sieht sich und den Verein noch nicht am Ende des Engagements.

„Wir haben am Freitag noch einmal die beiden Veranstaltungen besprochen und waren uns schnell einig…. Aller guten Dinge sind drei. Wir haben zusammen mit dem Jugendleiter noch eine Idee, die wir versuchen werden zeitnah umzusetzen.“